Dienstag, 18. Oktober 2016

Warum Rheumatikern eine Kur im Herbst hilft

Rheuma-Patienten wissen es aus eigener Erfahrung: Wenn die Tage kürzer werden und das Wetter wieder schlechter wird, nehmen die krankheitsbedingten Beschwerden und insbesondere ihre Schmerzen zu. Für diese Wetterfühligkeit werden Rheuma-Patienten oft belächelt, obwohl mittlerweile Wissenschaftler dafür sogar Nachweise erbracht haben. Etwa die Hälfte der Rheumapatienten ist von diesem Phänomen betroffen. Sie haben vor allem bei kurzer Sonnenscheindauer, Regen oder frostigen Temperaturen mehr Schmerzen und Gelenksteifigkeit. Für diese Patienten kann eine Kur mit Radon und Wärme im Herbst helfen, gut durch den Winter zu kommen und ihren Schmerzmittelverbrauch zu senken.

Bei Temperaturen von über 37,5 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit weiten sich Blutgefäße und die Durchblutung wird gefördert. In der Folge entspannen sich die Muskeln, was wiederum die Nervenbahnen von schmerzhaften Druckreizen befreit. Besonders effektiv sind Radonthermalstollen. Hier tritt aus dem Berggestein zusätzlich Radon in geringen Mengen aus. Dieses hemmt bei Rheumatikern die Aktivität von Entzündungszellen. Die Radonwärmetherapie beeinflusst zudem den Serotoninstoffwechsel, dessen Störung Experten als Ursache für das erhöhte Schmerzempfinden bei Wetterumschwüngen vermuten. Einfluss nimmt das Radon auch auf Schmerzbotenstoffe. Je weniger aktiv diese sind, desto geringer sind die Schmerzen. Der Effekt reicht von deutlicher Schmerzlinderung bis hin zur kompletten Beschwerdefreiheit, er hält oft Monate an. Bei einigen Patienten setzt dieser Effekt schon gegen Ende der Kur ein, bei anderen verzögert nach einigen Wochen. Für viele sind es wichtige Monate, in denen nicht nur Rheuma-Symptome verschwinden oder zumindest stark nachlassen, sondern auch physio- und ergotherapeutische Angebote sowie sportliche Aktivitäten wieder in den Alltag integriert werden können.

 

 



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