Donnerstag, 04. Februar 2016

Niedrig dosierte Radioaktivität in der Medizin

Die Radiologie, also die Lehre von den Strahlen, ist heute aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Moderne diagnostische Geräte wie Röntgenapparate, CT oder MRT helfen Ärzten, Krankheiten richtig zu erkennen, spezielle Strahlentherapien heilen beispielsweise Krebserkrankungen. Zudem gibt es Therapien mit niedrig dosierter Strahlung, die bei zahlreichen chronisch-entzündlichen und degenerativen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Sie gibt es einerseits in Form von sogenannten Reizbestrahlungen, andererseits aber auch in natürlicher Form, der Radonwärmetherapie.

Bei allen Formen von radioaktiven Therapien müssen, wie bei anderen medizinisch-therapeutischen Verfahren auch, Vor- und Nachteile abgewogen werden. Statt den niedrigdosierten radioaktiven Therapien die beispielsweise starke chronische Schmerzen lindern, steht dem Schmerzpatient sonst bevor, über Jahre Medikamente zu sich zu nehmen. Das ist ein substantielles gesundheitliches Risiko aufgrund der teilweise schweren Nebenwirkungen. Die verwendeten Gesamtdosen beispielsweise bei der Reizbestrahlung und bei der natürlichen Radonwärmetherapie liegen deutlich unter denen, die bei der Therapie von Krebserkrankungen verwendet werden. Es werden also keine Gewebezellen abgetötet, sondern die medizinische Wirkung beruht auf einer Reduktion der Aktivität von Leukozyten und Vorläuferzellen des Bindegewebes und der Minderung der Ausschüttung von Zytokinen. Dies hemmt akute und chronische Entzündungsprozesse.

Von Reizbestrahlungen profitieren beispielsweise Patienten mit Fersensporn, Tennisellbogen, Schulterschmerzen oder Arthrosen. Die Ansprechraten liegen bei 50 bis 70 %. Vor allem Patienten mit entzündlichen Rheuma-Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Bechterew, Polyarthritis, Psoriasis-Arthritis und Patienten mit chronisch-degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates oder Fibromyalgie erzielen vor allem mit der Radonwärmetherapie besonders gute Effekte.



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