Montag, 06. Juni 2016

Morbus Bechterew: Die besten Therapien im Überblick

Etwa 350.000 Menschen leiden in Deutschland an der chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankung Morbus Bechterew. Die rheumatische Autoimmunerkrankung führt im fortgeschrittenen Stadium aufgrund von Entzündungen der kleinen Wirbelgelenke zu Verknöcherungen der Wirbelsäule. Genetische Faktoren scheinen bei der Krankheitsentstehung eine entscheidende Rolle zu spielen. Morbus Bechterew gilt als unheilbar. Dennoch gibt es heute kaum Menschen, die an einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit leiden, weil viele Therapien die Krankheit lindern können. Ein Überblick:

Medikamente – so wenig wie möglich, so viel wie nötig
Rheumatologen behandeln Morbus Bechterew meist zunächst mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln. Sie bessern Rücken- und Gelenkschmerzen. Ergänzend kommen Biologika, z. B. TNF-Blocker, zum Einsatz, die Entzündungen lindern. Medikamente verbessern aber nicht nur die Lebensqualität, sondern ermöglichen auch krankengymnastische Maßnahmen, welche der Wirbelsäulenversteifung entgegenwirken. Dadurch lassen sich später wieder Medikamente einsparen.

Therapien ohne Medikamente
Bei Morbus Bechterew ist es wichtig, lebenslang und kontinuierlich Haltung, Bewegungsfähigkeit und Kondition zu trainieren, um der drohenden Versteifung der Wirbelsäule vorzubeugen. Es gibt dafür spezielle Therapien, wie die sogenannte Lagerung auf Holzrollen. Ebenso wichtig ist die Ernährung. Reichlich frisches Obst und Gemüse, ungesättigte Pflanzenfette, fettreduzierte Milchprodukte, Fisch und Soja wirken dem Autoimmunprozess entgegen. Fleisch und Alkohol sollten hingegen reduziert, aufs Rauchen ganz verzichtet werden. Wie bei anderen rheumatischen Erkrankungen helfen auch bei Morbus Bechterew Wärme- und Kältetherapien. Sie lindern Schmerzen und Steifheit, indem sie die Durchblutung fördern.

Kuren – Gesundheitsbewusstsein stärken
Vielen Patienten tut eine Kur mit der Radontherapie gut. Radon setzt im Körper milde Alphastrahlen frei, die Zellreparaturmechanismen anregen und die Aktivität von Entzündungszellen sowie Schmerzbotenstoffen verringern. Am effektivsten ist eine Kombination aus Radon und Wärme. Wissenschaftliche Studien bestätigen dieser sogenannten Radonwärmetherapie Erfolgsquoten zwischen 80 und 90 Prozent. Sie reduziert Druckschmerzwellen, Schmerzintensität, funktionelle Einschränkungen und den Medikamentenverbrauch. Im Rahmen einer Kur profitieren Patienten auch von gezielten gesundheitsfördernden Programmen. Spezielle Patientenschulungen helfen Menschen mit Morbus Bechterew zu erlernen, wie sie selbst den Verlauf ihrer Krankheit positiv steuern können.



« Chronische Schmerzen – Radon und Wärme helfen « News