Dienstag, 19. Januar 2016

Morbus Bechterew bleibt bei Frauen oft unentdeckt

Morbus Bechterew galt lange Zeit als „Männerkrankheit“. Heute ist hingegen bekannt, dass die Erkrankung im gleichen Maße auch Frauen betrifft. Bei ihnen verläuft die Versteifung jedoch langsamer. Darum wird Morbus Bechterew bei Frauen schlicht häufiger übersehen. Frauen, die oft unter starken Rücken- und Gelenksbeschwerden, roten, schmerzenden Augen, Lichtempfindlichkeit oder Verdauungsproblemen leiden, sollten daher einen Rheumatologen aufsuchen. Vor allem, weil ein frühzeitiger Therapiebeginn den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst.

Rheumatologen behandeln die schmerzhafte Erkrankung neben Medikamenten auch mit alternativen Heilverfahren wie Therapien in Radon-Thermalstollen. Die Dunkelziffer bei Frauen mit Morbus Bechterew ist sehr hoch. Experten schätzen, dass etwa jede dritte oder gar jede zweite betroffene Frau von der Erkrankung nichts weiß. Schmerzen in der Lenden- und Gesäßregion, die oft in der Nacht und am Morgen auftreten, stellen typische Anzeichen dar. Zudem sprechen auch morgendliche Steifheit in den Gliedern, die bei Bewegung abnimmt, sowie Schmerzen, die sich in Ruhephasen verschlimmern, für Morbus Bechterew. Auch gesellen sich chronische Erschöpfung und langsam fortschreitende Versteifungen der Wirbelsäule zu den Symptomen. Ursächlich scheint eine Fehlfunktion des Immunsystems vorzuliegen, bei der körpereigene Abwehrzellen ins Gewebe wandern und dort entzündliche Reaktionen auslösen. Ähnliche Ursachen liegen auch den oft beobachteten Begleiterkrankungen wie Augenentzündungen oder entzündlichen Darmerkrankungen zugrunde.

Im Gegensatz zu anderen rheumatischen Erkrankungen lassen sich bei Morbus Bechterew Rheumafaktoren im Blut nicht nachweisen. Entzündungen machen Rheumatologen im MRT sichtbar, später zeigen sich Wirbelsäulenverformungen im Röntgenbild. Die Therapie der Bechterew’schen Erkrankungen stellen Experten individuell zusammen. Neben Physiotherapie, schmerzstillenden, entzündungshemmenden Medikamenten und sogenannter Biologika machen viele Patienten gute Erfahrungen mit einem Aufenthalt in Radon-Thermalstollen einmal pro Jahr. Darüber hinaus tragen Patienten durch einen gesunden Lebensstil zum Therapieerfolg bei. Viel Bewegung, gesunde Ernährung, Rauchverzicht und Vermeidung von Übergewicht sind die wichtigsten Faktoren.



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