Montag, 19. Oktober 2015

Kuren – welche Klimatherapie hilft bei welcher Erkrankung?

Klimatherapien gibt es seit mehr als 150 Jahren und sie erleben aktuell einen neuen Aufschwung. Klimatherapien gibt es vor allem im Hochgebirge und am Meer aber auch in Naturhöhlen oder einstigen Bergwerken. Oft gesellt sich ein ortgebundenes Heilmittel, wie beispielsweise Radon in einem Heilstollen, hinzu. Die wichtigsten Klimatherapien im Überblick:

Kuren am Meer – natürliches Salz besonders wirksam
Seeluft ist voller kleiner Salzwassertröpfchen, die in den Atemwegen und Bronchien Schleim lösen. Das Klima regt den Stoffwechsel und die Gesamtaktivität des Körpers an. Zudem ist die Luft sehr rein und damit schadstoffarm, was sich vor allem bei Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Sarkoidose positiv auswirkt. Salzbäder helfen bei Schuppenflechte und Neurodermitis. An der Nordsee können Patienten zudem Wanderungen im Watt durchführen. Der Schlick wird als Heilmittel eingesetzt und wirkt vor allem bei rheumatischen Erkrankungen, Durchblutungsstörungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Kuren in Stollen – Wärme, Radon und Allergiefreiheit wirken
Eine weitere Form der Klimatherapie ist die Stollen- oder Höhlentherapie in Naturhöhlen oder einstigen Bergwerken. Wie im Hochgebirge und am Meer herrscht unter Tage eine nahezu staub- und pollenfreie Atmosphäre, wovon vor allem Menschen mit Atemwegsproblemen profitieren. Patienten fahren zur Therapie mehrmals mit dem Zug in den Stollen ein und verbringen etwa eine Stunde auf den Therapiestationen. Einen besonderen Wert haben sogenannte Radonwärmetherapien in Stollen. Hier tritt das Edelgas Radon natürlich aus dem Gestein aus und wird über Haut und Lunge aufgenommen. Zusätzlich herrscht ein tropisches Klima, mit Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit. Alles zusammen regt körpereigene Zellreparaturmechanismen an, verringert die Aktivität von Entzündungszellen sowie Schmerzbotenstoffen und Muskeln entspannen sich. Von dieser Klimatherapie profitieren Patienten mit chronischen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, des Bewegungsapparates, der Atemwege und der Haut.

Kuren im Hochgebirge – staub- und pollenarme Luft wirksam
In den Alpen oder Hochgebirgen über 1.500 Metern gibt es keine Milben, Schimmelpilze oder Pollen mehr, was antiallergische Effekte bei Atemwegs- und Hautkrankheiten erzielt. Durch den geringeren Luftsauerstoff in den alpinen Lagen, ist der Körper zudem im Ausdauertraining – das wirkt langfristig blutdrucksenkend, obwohl es zunächst häufig zu einer vorübergehenden reaktiven Blutdruckerhöhung kommt. Der Blutdruck sollte daher im Vorfeld kontrolliert und richtig eingestellt sein. Die Höhe wirkt auf Blutbild, Sauerstofftransport, Blutzucker, Blutdruck und Pulsverhalten, so dass sich Kuren im Gebirge gut für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen eignen.



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