Morbus Bechterew bleibt oft unerkannt

Bei Morbus Bechterew denken viele an eine Krankheit, die nur Männer in der zweiten Lebenshälfte betrifft. Doch das stimmt nicht: Nur bei etwa fünf Prozent liegt der Erkrankungsbeginn jenseits des 40. Lebensjahres. Erste Symptome treten meist bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 –25 Jahren auf und betreffen Männer und Frauen gleichermaßen. Infolge der bei Frauen meist milder verlaufenden rheumatischen Erkrankung wird Morbus Bechterew bei Frauen jedoch sehr viel seltener diagnostiziert. Dennoch wissen auch viele Männer nicht, dass sie unter der mit heftigen Schmerzen im gesamten Rücken, chronischer Erschöpfung und einer Wirbelsäulenversteifung einhergehenden Krankheit leiden.


Den nur etwa 100.000-150.000 diagnostizierten Fällen stehen geschätzte 1,6 Millionen betroffene Menschen gegenüber. Schmerzen in der Lenden- und Gesäßregion, die oft in der Nacht und am Morgen auftreten, stellen typische Anzeichen dar. Auch morgendliche Steifheit in den Gliedern, die länger andauert, oder bei Bewegung abnehmende Schmerzen, die sich in Ruhephasen verschlimmern, deuten auf Morbus Bechterew. Neben Schmerzen erschweren zudem chronische Erschöpfung und eine langsam fortschreitende Versteifung der Wirbelsäule das Leben Betroffener. Zudem geht die Erkrankung mit entzündlichen Veränderungen in den großen Gelenken, Sehnen, Augen und Herzmuskel einher.